Die nachfolgende Facharbeit wurde von Stefanie Lercher verfasst

 

 

 

BBZ Bruneck – Fachrichtung Landeshotelfachschule Schuljahr 2016/17

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Meine Facharbeit im Bereich Küchenführung

 

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Meine Aufgabe bestand darin, eine Facharbeit zu folgendem Thema zu verfassen:

„Kennst Du Deine Heimat - Zeigen sie an einem einzelnen, veredelten Nischenprodukt dem Produzenten und einem Gastbetrieb auf, wie ein ‚Kleiner Kreislauf ‘ im Zusammenspiel von Tourismus & Landwirtschaft unser Angebot für Einheimische und Feriengäste attraktiv macht.“1

Sofort begab ich mich auf die Suche nach einem passenden Südtiroler Nischenprodukt. Ich recherchierte viel im Internet und achtete auch in Lebensmittelgeschäften auf Produkte, die von kleinen Betrieben oder Bauern in Südtirol hergestellt werden. Nach kurzer Zeit hatte ich eine kleine Auswahl, mit der ich dennoch nicht zufrieden war. Deshalb fragte ich den Chefkoch vom Hotel Magdalenahof **** in Gsies, wo ich im Sommer 2016 mein Praktikum absolvierte und schon erste Ideen sammeln konnte. Er zählte mir mehrere Produkte auf, darunter die „Pahler Birne“ aus dem Vinschgau und das „Villnösser Brillenschaf“.

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Ich wollte das Villnösser Brillenschaf nehmen, doch ich erfuhr, dass dieses Produkt fast jedes Jahr bei der Prüfung angewandt wurde. So entschloss ich mich ein anderes Thema zu wählen und stieß auf der Homepage des „Villnösser Brillenschafes“ auf einen Link, der zum „Grauen Geisler Rind“ führte. Da ich noch nie von dieser Rinderrasse gehört hatte war mein Interesse sofort geweckt und ich entschloss meine Facharbeit über das Geisler Rind zu schreiben. Abb.2: Junges Graues Geisler RindSofort versuchte ich Günther Pernthaler, den Obmann des Vereins zu kontaktieren und versicherte mich, dass ich ihn besuchen darf um ein Gespräch mit ihm zu führen und mehr über das Rind zu erfahren.

   

 

 

 

 

 Abb.2: Junges Graues Geisler Rind

1Lernskriptum für KFO-Theorie, S.4

 

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Das Graue Geisler Rind gehört eindeutig zu den Nischenprodukten Südtirols und wird besonders wegen der hochwertigen Fleischqualität gezüchtet. Die Ochsen, Kalbinnen und Kälber gehören zur reinrassigen Sorte des Südtiroler Grauviehs, das eine autochthone Bergrinderrasse ist. Diese Rasse ist in der Haltung nicht anspruchsvoll und sehr alpungsgeeignet.
Dieses Qualitätsfleischprogramm wurde von Villnösser Viehzüchtern gegründet. Man will das Tier vor dem Aussterben schützen und die Rasse auch im Villnösstal erhalten und fördern. Sogar die Landwirtschaft in Villnöss profitiert darunter.


Landwirtschaft ist Leben und muss deshalb für Lebensqualität stehen.

Verein Graues Geisler Rind

 dolomitental villnoess

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             Abb.3: Das Villnösstal und das Logo von Villnöss

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Moderner Schriftzug (im Kreislauf drinnen): keine alte, rustikale Schrift, sondern einen modernen Schriftzug, weil dieses Projekt jung ist und weil beim Verein viele junge Menschen

Blauer Himmel: den Großteil des Jahres findet man im Tal schönes Wetter mit blauem Himmel vor, da die Berge vor Regen schützen.

 


Geislergruppe: weil es sich um Villnöss handelt und diese Berggruppe sehr bekannt ist. Auch ein Gast, der das Projekt verstehen möchte oder etwas kaufen, sieht so sofort: „Dieses Produkt kommt von Villnöss!“
geislerrind logo
 
Abb.4: Logo, das jeder Bauer und Partnerbetrieb besitzt

Kreis ums Logo: Es ist ein Kreislauf, ein regionales Produkt; ein Kreis, der sich schließt. Das Produkt ist nicht von irgendwo auf der Welt hergeholt; Es ist regional.

Partner: für alle Betriebe die produzieren (Bauer) und für Betriebe, die das Fleisch abnehmen (Metzger, Restaurant, Gasthaus, Hotel, Privatperson).

Kuh mit Hörner und Glocke: steht für Tradition. Tradition deshalb, weil es nicht mehr viele Kühe mit Hörner und Glocke gibt. Günther Pernthaler und die Mitglieder des Vereins wollten diese Kuh mit Hörner und Glocke als IHR Symbol nehmen, weil es sich um eine aussterbende Rasse handelt, die sie unterstützen wollen.

Grün: weil die Kühe viel auf der Alm sind und zu Hause auf den saftigen Wiesen weiden. D.h. das Vieh ist ungefähr die Hälfte der Zeit im Jahr (ca. 6 Monate) im Freien (3 Monate davon auf der Alm, 3 Monate zu Hause).

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4. Über das Graue Geisler Rind

4.1 Aussehen

geisler rind

geislerrind haarschopfDas Geisler Rind ist ein sehr robustes und widerstandsfähiges Tier.
Das typische Haarkleid ist silbergrau mit Schattierungen am Kopf, Hals, an den Schultern und am Rückgrat. Charakteristisch ist der rote Haarschopf zwischen den zwei weißen Hörnern mit schwarzen Spitzen.
In den oftmals steilen Hängen der Almen finden sie mit ihren harten, schwarzen Klauen besonders gute Trittsicherheit. Traditionell tragen die Kühe Glocken um den Hals.
Wenn eine der Kühe ausbüchst oder sich in den Bergen verläuft, verrät die Glocke, wo sie sich befindet.
Früher diente das Geräusch der Glocke zur Abschreckung von Bären und Wölfen.

Die Tiere sind von mittlerem Rahmen und bringen ausgewachsen ein Gewicht von durchschnittlich 600kg auf die Waage. Im Vergleich zu anderen Rassen, wie z.B. den Schwarzbunten Rindern (ca. 750kg) sind sie eher kleinere Tiere, was ihnen auch wieder zum Vorteil zur Fortbewegung auf den Almen dient.

 

 

Abb.6: Der typische rote Haarschopf

geislerrind kälberAbb.7: Kälber der Rasse haben helleres Fell, ältere Kühe werden dunkelgrau

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4.2 Geschichte

Das Grauvieh zählt wohl zu den ältesten Rinderrassen des Alpenraums. Bis ins 20. Jh. gab es aufgrund des geringen Austauschs an Tieren zwischen den Tälern und den verschiedenen Umwelteinflüssen sog. Rassenschläge. Im Raum Nordtirol waren es 3 Schläge, die als Vorläufer des Grauviehs gelten. Im Wipptal lebte das „Wipptalerrind“ mit seiner graugelben Farbe. Ende des 19. Jh. trennten sich die Schläge des Graubraunen Höhenviehs in die Rassen Braunvieh und Grauvieh. Zu dieser Zeit waren vom Grauvieh allein in Südtirol um die 18.000 Stück vorhanden - 1.500 davon in Villnöss. Da das Tier im Villnösstal wohl aus wirtschaftlichen Gründen nicht genutzt wurde und man sich deshalbauch nicht um diese Rasse kümmerte, starb diese Rasse dort vollständig aus. Günther P. und einige Bauern wollten das Grauvieh auch in Villnöss wiederbeleben und im Rinderfleischsektor tätig werden. Der Verein wollte bei einer bodenständigen Rasse bleiben wodurch sie das Grauvieh wählten.

geislerrind geschichte

                      Abb.9: Braunvieh                                                                                                                               Abb.10: Grauvieh

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4.3 Haltung und Zucht

Beim Ankauf von männlichen Kälbern, die später zu Ochsen werden, wird v.a. darauf Wert gelegt, dass sie ein gewisses Format (gut ausgeprägte Muskeln) haben und fleischig sind. Die reine Milchleistung ist dabei nicht relevant.

Artgerechte Haltung:

  •  Freilaufstall 
  •  Die Tiere werden im Stall nicht angehängt und können sich frei bewegen
  •  Stall ist offen gebaut, d.h. viele offene „Fenster“ (viel Licht und frische Luft)
  • Die Hälfte des Jahres sind die Tiere im Freien


Diese Punkte sind sehr wichtig im Bezug auf die artgerechte Haltung. Es ist gesund für das Tier, weil es so die Temperatur der Natur miterleben kann. Viele Mastbetriebe behaupten, dass es für die Mast eine Mindesttemperatur von 16°C – 17°C Wärme bräuchte. Der Verein „Graues Geisler Rind“ lässt diese Behauptung außen vor. Bei naturnaher Züchtung in einem offen gebauten Stall können diese Temperaturen im Winter niemals eingehalten werden. Diese Temperaturunterschiede bringen auch einige Vorteile für die Kühe mit sich: So nehmen sie weniger schnell zu, weil sie mehr Energie verbrauchen, das wiederum zu einer besseren Fleischqualität beiträgt.

Freilaufstall

 

rinder fressenmit rind im stall

                                  Abb.12: Rind beim Fressen von Heu 

 

 

 

 

Abb.11: Geisler Rinder
im Freilaufstall

 

 

 

Abb.13: Mit einem Grauen Geisler
Rind im Stall

 

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4.4 Nachwuchs

Der Verein fixiert sich nicht auf eine geregelte Anzahl von Rindern. Das Ziel der Viehzüchter ist lediglich, dass jeder Bauer nicht mehr Vieh halten sollte, wie er selbst mit seinem Futter füttern kann. Der Grund dafür ist, dass die Vereinsmitglieder kein Heu dazukaufen wollen. Gekauft wird nur Kraftfutter und Getreidemischung gequetscht. Sollte in einem Jahr ein Bauer zu wenig Heu haben, dann wird er von den anderen 14 Mitgliedern unterstützt. Seit 2014 haben die Mutterkühe vier bis fünf Mal gekälbert. Der durchschnitt von z.B. einer Schwarzbunten Kuh sind 1,7 Kalbungen pro Leben. Durch den Verein hat sich die Lebensdauer einer Mutterkuh mind. ums doppelte verlängert: eine Kuh im Verein erlebt fünf bis sieben Kalbungen im Leben.

rind nachwuchs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.5 Das Futter

„Die Kühe bekommen nur das Beste“ 2 , d.h. keine Medikamente, Antibiotika oder Silofutter, 
das eine schnellere Fleischzunahme verursacht.Siloballen
                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                      Abb.17: Siloballen

 

Hauptsächlich ernähren sich die Tiere von Heu. Ungefähr die Hälfte des Jahres (Frühling, Sommer) verbringen die Rinder auf den saftigen Villnösser Almen und den heimischen Wiesen.

2Günther Pernthaler

 

Im Winter werden sie im Freilaufstall gehalten und bekommen folgendes:

  • Heu (erster Schnitt)
  • „Gruimat“ (zweiter Schnitt)
  • “Boufl“ (dritter Schnitt, feinste Grasqualität),
  • Kraftfutter (Ankauf vom Konsortium, Rieper)
  • Getreidemischung gequetscht

Nach Belieben kann der Bauer Eiweiß unter das Kraftfutter mischen, das den Tieren gut tut. Wie man weiß, wirkt sich das Futter auf die Qualität und den Geschmack des Fleisches aus. Durch diese Ernährung wird eine besonders hochwertige Fleischqualität erzielt. „Euro Carni“, eine Firma aus der Schweiz die Fleischuntersuchungen macht hat bestätigt, dass das Grauvieh im Alpenraum von den bodenständigen Rassen (typische Rassen aus dem Gebiet) die beste Fleischqualität hat.

Wörndlelochalm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.18: Wörndleloch Alm in Villnöss

 

4.6 Schlachtung

Wenn die Bauern etwas kommerziell verkaufen, dann schlachten sie im Schlachthaus Brixen. Der Verkauf muss lebend über den Abnehmer (Hotel, Alm, Metzger) abgewickelt werden, denn als Landwirt darf man kein totes Tier vermarkten. Wenn der Bauer hingegen für den Selbstgebrauch ein Tier schlachten möchte, darf das auch selbst zu Hause geschehen, natürlich mit der Anwesenheit eines Tierarztes.

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5. Der Verein „Graues Geisler Rind“

5.1 Die Einheimischen und Touristen wollten mehr!

Einheimischen und Gäste schätzen die gute Qualität des Fleisches, wodurch die Nachfrage und der Verkauf sehr hoch sind. Typisch für Villnöss ist v.a. das Lammund Schaffleisch (Furchetta). Da immer öfters nach dem Verkauf von Rindfleisch gefragt wurde, entschlossen sich Mitarbeiter des Tourismus und Handel den Obmann des Vereins „Villnösser Brillenschaf“ (Günther Pernthaler) zu fragen, ob auch die Produktion von Rindfleisch im Tal möglich sei. Der Weg führte direkt zu ihm wegen seiner großen Bekanntheit und seinem Kontakt mit ca. 500 Bauern in Südtirol. Zu diesem Zeitpunkt schien Günther P. und einigen Bauern die Idee interessant und man machte sich die Ersten Gedanken im Rinderfleischsektor tätig zu werden.

5.2 Das erste Treffen und die Gründung

Als der Südtiroler Rinderzuchtverband die Bauern des Tales zum ersten Informationsabend einlud, wurde über die evtl. Gründung eines Projektes diskutiert. Gesprochen wurde auch über noch unklare Dinge in punkto Rasse, Haltung, usw.
Günther warf den Begriff „Grauvieh“ in den Raum, doch der Großteil war unschlüssig über diese Idee: „Bei uns gibt es kein Graues mehr. Wir haben nicht mehr viel Ahnung. Warum machen wir das?“ 3 Das wollte er nicht auf sich sitzen lassen und holte sich Informationen.
Sofort stellte er fest, dass sich die Rasse des Grauviehs am besten eignen würde (gute Fleischqualität, Widerstandsfähigkeit, Alpungsgeeignet, nicht so anspruchsvoll in der Fütterung).Verein mitglieder

Viele Bauern lehnten den Eintritt in den Verein ab, doch Günther konnte 15 Bauern für sich gewinnen. Interessiert am neu gegründeten Verein waren auch Organisation wie die „Qualitätsmarke Südtirol“ oder das „Qualitätsmarketing KOVIEH“. Die frisch gebackenen Mitglieder lehnten ohne Zweifel den Beitritt in diese Organisationen ab, weil sie ihr Markenzeichen selbst und unabhängig garantieren wollen. Mit dem Gedanken für die Beständigkeit des Vereins mitverantwortlich zu sein wird auch der Zusammenhalt unter den Bauern gestärkt.

 

 

Abb.19: Einige Mitglieder des Vereins

 

 

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5.3 Nur der Name für das Grauvieh fehlte noch

Die Idee für den Namen hatte Günther Pernthaler, der Ansprechpartner und zugleich Obmann des Vereins ist. Im Wörndleloch gibt es eine Alm wo er in seinen jungen Jahren mit seiner Familie Kühe hütete. Dies warf er bei der Gründungsversammlung in den Raum und die Tiere sollten „Wörndlelocherochsen“ heißen. Zu dieser Zeit wollte man nur Ochsen halten - von Mutterkuhhaltung war noch gar nicht die Rede. Weil es im Endeffekt nur Ochsen zu halten keinen Sinn machte, entschloss man sich auch Muttertiere zu züchten, um den Nachwuchs zu sichern. Es wurde viel diskutiert und schlussendlich kam es zum Entschluss des offiziellen Namens: „Es ist ein Grauvieh, wir sind Villnösser und viele verbinden das Villnösstal mit den Geislerspitzen. Deshalb nannten wir es ‚Graues Geisler Rind‘.“4

Geislerspitzen

Abb.20: Die Geislerspitzen

 

 


5.4 Wichtige Daten / Termine

2008 Gründung Verein „Furchetta - Villnösser Brillenschaf“ (von Bedeutung für die Gründung des Vereins „GGR“)

2009 einige Informationsabende zur evtl. Gründung eines Vereins

2012 Gründung des Vereins „Graues Geisler Rind“

14. Juni 2012 Gründungsversammlung

Sommer 2012 großes Gründungsfest

06.09.2015 1. Almabtrieb

Bis 2016 bestand der Verein aus 15 Mitgliedern. Voraussichtlich werden 2 weitere Bauern 2017 beitreten.

 


4 Günther Pernthaler

 

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5.5 Naturbelassenes Ernährungsprodukt?

Die 4 grundlegenden Regeln, die sich der Verein setzt:

  •  Die Kühe müssen 100% Grauvieh sein, weil das Projekt DER Rasse gewidmet ist. Fleischkreuzungen sind somit nicht zugelassen.
  •  Die Kälber dürfen in der Zeit bis zur Entwöhnung nur mit guter Milch getränkt werden: Wenn das Kalb bei der Mutterkuh getränkt wird bekommt es sowieso die beste Milch und die, die von den Partnerbetrieben in Deutschnofen und im Ahrntal entwöhnt gekauft werden, dürfen auch nur gute Milch bekommen. Es wird zur Gänze auf Milchaustauscher wie Milchpulver verzichtet.kalb mutterkuhAbb.21: Kalb trinkt Milch bei Mutterkuh

  • Zur Fütterung: KEIN SILOFUTTER! Das verursacht eine schnelle Mast und eine größere Fleischzunahme. Der Verein setzt auf gute Qualität und möchte, dass die Tiere so an Gewicht zunehmen, wie es die Natur vorsieht. Die Kühe dürfen nur mit dem Besten gefüttert werden. Silofutter ist kein Naturfutter und das Fleisch bekommt dadurch einen anderen Geruch.

  • Die Tiere dürfen ausschließlich im Villnösstal gehalten werden und nur auf Villnösser Almen weiden. Mit diesem Projekt will man versuchen, die heimische Almwirtschaft zu fördern und das an das Grauviehprojekt binden.


5.6 Idee / Zweck / Ziele

Der Verein verfolgt eine Vielzahl von Zielen, die für Südtirol von Bedeutung sind:

  •  Durch die Produktion von hochwertigem Rindfleisch wird den Bauern eine neue Einnahmequelle geschaffen.
  •  Durch das Projekt wird vermeidet, dass Höfe aufgelassen werden.
  •  Die Bewirtschaftung der Almen wird aufrecht erhalten.
  •  Es wird versucht, den Konsumenten auf einen bewussteren Fleischkonsum aufmerksam zu machen.
  •  Die Rasse des Grauviehs wird gefördert.


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5.7 Werden Arbeitsplätze geschaffen?

  • Die Bauern erhalten die Natur und die Landschaft durch ihre Arbeit: Wiesen werden regelmäßig gemäht und durch den Auftrieb des Viehs auf die Almen, die vorher für lange Zeit vernachlässigt wurden, werden auch die Bergwiesen wieder genutzt.
  • Das Hauptziel des Vereins ist es, den kleinstrukturierten Jungbauern des Tales eine Perspektive in der Viehwirtschaft zu geben und ihnen eine neue Einnahmequelle zu garantieren.
  • Auch die Arbeit der Metzger wird durch die ständige Lieferung von Schlachtvieh gefördert.

 

5.8 Wo sieht man in diesem Projekt einen kleinen Kreislauf?

  • Günther Pernthaler ist der Vermittler vom Bauer zum Konsumenten (Metzger, Hotelier, Privatperson). Dadurch fließt das Geld des Käufers direkt zum Züchter.kleiner kreislauf 
  • Auch die entwöhnten Kälber kommen nur aus Südtirol (Deutschnofen, Ahrntal). Das will man jedoch abschaffen und die Aufgabe der Entwöhnung Villnösser Bauern übergeben, die von der Milchkuhhaltung auf ein anderes System umsteigen wollen.
  • Seit 2016 kooperieren die Vereine „Graues Geisler Rind“ und „Villnösser Brillenschaf“. Der Chef des Vereins des Brillenschafs (Chef vom Restaurant Pitzock) benötigt für die Produktion der Furchetta (Schafswurst) das Fleisch vom Geisler Rind, weil in den Würsten kein Schweinefleisch enthalten sein darf. So ist es ein SLOWFOOD PRODUKT, das nachhaltig erzeugt wird und deshalb ist es ein tolles Projekt mit dem sich ein zweiter regionaler Kreislauf schließt: Diese Würste werden ausschließlich von Produkten, die in Villnöss produziert werden, hergestellt.verschiedene logos
    Abb.22: Verschiedene Logos



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6. Vertrieb


Spezialitäten vom Grauen Geisler Rind einkaufen, essen und genießen bei:

  • Partnerbetrieben aus Villnösspartnerbetriebe villnoess

 

Abb.23: Verschiedene Logos 

 

  • Partnerbetriebe aus Brixen und Umgebung


    partnerbetriebe brixen


    Abb.24: Verschiedene Logos

Der Metzger wurde als Partnerbetrieb gewählt, weil auch Privatpersonen dieses le-ckere Fleisch kaufen wollen und oft nur kleine Portionen benötigen. Kalbfleisch ist im Einkauf teurer als das Fleisch von alten Rindern. Der Metzger bekommt das Fleisch um einen geringeren Preis, da er das abhängen im Schlachthaus selbst bezahlen muss. Für Gasthäuser, Hotels, Almen oder Privatpersonen ist der Einkauf etwas teu-rer. Das Fleisch des Geisler Rinds ist auch nicht immer verfügbar, da derzeit nur 15 Bauern Mitglied sind und jeder durchschnittlich nur 8 Tiere hält. Der Verein möchte nicht größer werden, nur um größere Mengen produzieren zu können, denn es wird auf gute Qualität statt Quantität gesetzt.

 

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7. Kulinarische Leckerbissen

Verschiedene gastronomische Betriebe in Villnöss verarbeiten das Qualitätsfleisch zu leckeren und genussvollen Gaumenfreuden. Oskar Messner, ein bekannter Koch aus Südtirol und Chef des Restaurants Pitzock in Villnöss zaubert aus dem Fleisch des Grauen Geiser Rinds feine Delikatessen.

leckerbissen1

                                                  Abb.25: Oskar Messner, Chef vom Restaurant Pitzock und Slow Food Koch

leckerbissen2

                 Abb.26: Gerichte aus dem Fleisch des Grauen Geisler Rinds

 

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8. Jährliche Veranstaltungen

Almabtrieb flyerJedes Jahr findet der Almabtrieb des Grauen Geisler Rinds in Villnöss statt.
Der 1. fand am Sonntag, den 06.09.2015 statt. Er startet alle Jahre von der Wörndleloch Alm und endet am Kaserill Boden.
Es werden Spezialitäten vom Grauen Geisler Rind angeboten und für Unter-haltung sorgen einheimische Musikgruppen

 

 

 

 

 

 


 Abb.27: Flyer des Almabtriebs 2016

Für 2017 wird von den Bauern ein „Hoffestl“ organisiert. Es findet bei einem Bauern zu Hause statt, der das Geisler Rind züchtet.
Zum Essen und Genießen gibt es nur Produkte vom Grauen Geisler Rind: saure Suppe, saures Rindfleisch, Roastbeef, Gulasch und vieles mehr.

 

Freilaufstall2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.28: Geisler Rinder im Freilaufstall

 

9. Mein Gespräch mit dem Obmann des Vereins

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Stefanie: „Wie lange sind Sie schon in der Viehzüchtung tätig?“

Pernthaler: „Ich bin schon seit der Kindheit von zu Hause aus in der Viehzüchtung tätig.
Seit 1992 habe ich mich landesweit der Rasse Villnösser Brillenschafe verschrieben, d.h. dass ich mich um diese kümmere und darauf schaue diese Rasse aufzubauen.Seit 1996 bin ich Kuhkennzeichner in den Gemeinden im mittleren Eisacktal.“

Stefanie günther freilaufstall
Stefanie: „Was bedeutet für Sie die Viehzucht?“

Pernthaler: „Viehzucht bedeutet für mich sehr viel.
Ich kann das auch bei meinen Kindern sehen, weil sie gern bei mir sind, in der Natur und bei den Tieren.“

 

 

 

 

Abb.29: Mit Günther Pernthaler im Freilaufstall


Stefanie: „Sind Sie auch in der Agrikultur tätig?“

Pernthaler: „Ja, ich mache viel was in der Natur ist. Ich lebe zu 70% „autark“, d.h. ich baue selbstGetreide an, auch Gemüse und Obst und mache sehr viel selbst. Ein weiterer Wirtschaftszweig sind meine 70 Bienenstöcke. Davon mache ich Honig, den ich auch verkaufe. Ich und meine Familie leben viel in und von der Natur. Im Sommer mache ich auf der Alm Käse und Butter von der Milch der Grauen Geisler Rinder.“

Stefanie: „Halten Sie auch andere Tiere neben dem Geisler Rind?“

Pernthaler: „Ich halte auch noch einige Villnösser Brillenschafe, Schweine und einige Haustiere.“

Stefanie: „Sind sie auch in den Medien bekannt?“

Pernthaler: „Ja. Ich durfte schon einige Interviews geben, darunter für einige Zeitungen.“
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Abb.30: Verschiedene Logos

„Weiters besuchten mich auch einige Fernsehteams.“

logos medien 2







 
 
Abb.31: verschiedene Logos

 
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10. Nachwort

Ich denke, dass es gut ist, dass man wieder auf diese Art der Viehzucht zurückgeht. Die Tiere und demzufolge das Endprodukt (Fleisch und Milch), das der Konsument kauft ist gesünder, weil es nicht mit Medikamenten oder sonstigen chemischen Zu-satzstoffen belastet ist.
Die Tiere werden auch artgerecht gehalten und können na-turnah leben. So können sie eine gewisse „Freiheit“ genießen.
Auch das Fleisch schmeckt besser, weil sie keinen Stress erleben. Gut finde ich auch, dass sie nur natürliches Futter bekommen, wie z.B. Heu oder Getreidemischung gequetscht.
Ich beschäftigte mich gerne mit diesem Thema, denn ich konnte viel für mich neues dazulernen.
Mich hat es auch gefreut die Bekanntschaft mit dem Bauer Günther Pernthaler zu machen und mit ihm über das Graue Geisler Rind zu sprechen.
Er war sehr sympathisch und nett zu mir und konnte mir auf Anhieb auf jede Frage eine passende Antwort geben. Beim Schreiben der Arbeit ist mir aufgefallen, dass mich dieses Tier sehr interessiert und gefällt.günther pernthaler abb.32

                                                                   Abb.32: Günther Pernthaler – Bauer aus Leidenschaft

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11. Abbildungsverzeichnis

Abb.1: http://www.bauerwilli.com/villnoess-erfolgreich-anders/,(11.02.2017)
Abb.2: https://www.kulinarisches-erbe.at/tiere/rinder/tiroler-grauvieh/,(11.02.2017)
Abb.3: https://www.google.it/maps/@46.6528981,11.6363427,14z, (11.02.2017)
Abb.4: www.graues-geislerrind.eu, (11.02.2017)
Abb.5: http://www.tiroler-grauvieh.at/, (11.02.2017)
Abb.6: eigenes Bild, (11.02.2017)
Abb.7: http://www.zeit.de/2009/49/Winter-Oetztal, (11.02.2017)
Abb.8: http://www.braunviehaustria.at/OB_PETRA.jpg, (11.02.2017)
Abb.9: http://www.braunviehaustria.at/PETRA_Alpe__2_008_01.jpg, (11.02.2017)
Abb.10: https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?, (11.02.2017)
Abb.11: eigenes Bild, (11.02.2017)
Abb.12: eigenes Bild, (11.02.2017)
Abb.13: eigenes Bild, (11.02.2017)
Abb.14: eigenes Bild, (11.02.2017)
Abb.15: eigenes Bild, (11.02.2017)
Abb.16: https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images/iWRn4e2qofugqbJz/, (11.02.2017)
Abb.17: https://www.schweizerbauer.ch/ sammelwagen- siloballen.html, (11.02.2017)
Abb.18: http://www.eisacktal.com/de/tal-der-wege/guenther-pernthaler/, (11.02.2017)
Abb.19: http://www.rinderzuchtverband.it/graues-geisler-rind-verein/, (11.02.2017)
Abb.20: http://www.schopplhof.it/pacchetti/?L=1, (11.02.2017)
Abb.21: http://www.tiroler-grauvieh.at/, (11.02.2017)
Abb.22, 23, 24: http://www.geisleralm.com, http://www.zanseralm.com/,
http://www.gampenalm.com/, http://www.vielnois.com/de/unser-haus.html,
http://www.restaurant-waldschenke.com/, http://www.hotel-kabis.com/index.pp?id=2,
http://www.finsterwirt.com/de/finsterwirt.html, (11.02.2017)
Abb.25: http://www.pitzock.com/de, (11.02.2017)
Abb.26: http://www.geisleralm.com/de/kueche.html, (11.02.2017)
Abb.27: http://www.wosgeathaint.it/Event/Detail/17132, (11.02.2017)
Abb.28: eigene Bilder, (11.02.2017)
Abb.29: eigenes Bild, (11.02.2017)
Abb.30: http://www.gratis-tv.net/impressum.htm, (11.02.2017)
Abb.31: http://www.gratis-tv.net/impressum.htm, (11.02.2017)
Abb.32: eigenes Bild, (11.02.2017)

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12. Quellenverzeichnis

Homepage des Vereins: www.graues-geislerrind.eu

http://www.rinderzuchtverband.it/aktuelles/graues-geisler-rind-verein-gegruendet/

http://www.villnoess.com/de/dolomitental-villnoess/produkte-aus-villnoess/graues
geisler-rind/

https://de.wikipedia.org/wiki/Tiroler_Grauvieh

http://www.villnoesser-brillenschaf.eu/joomla/graues-geislerrind

http://www.eisacktal.com/de/aktiv/essen-und-trinken/graues-geislerrind/

http://www.wosgeathaint.it/Event/Detail/17132

Die Facharbeit besteht zu 80% aus den mündlichen Informationen von meinem Interview mit dem Bauern Günther Pernthaler.

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13. Eigenerklärung

Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe angefertigt habe. Alle Stellen, die ich wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten oder nicht veröffentlichten Schriften übernommen habe, habe ich als solche kenntlich gemacht.


Aufkirchen, 18.02.2017         Stefanie Lercher